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Steinmetz- und Steinbildhauerinnung / Tradition / Geschichte

Historie über die Zunft des löblichen Steinmetzgerhandwerks im Amt und der Stadt Chemnitz von 1797 bis 1934.

Heute bestimmen Betonerzeugnisse, Stahl, Glas und neuartige synthetische Werkstoffe das Baugeschehen unserer Zeit. Serienmäßig hergestellte Betonfertigwaren und der maschinell erzeugte Ziegel stehen hierbei zur Verfügung. Ein national und international weit verzweigtes Netz der Grundstoffindustrie schafft dafür die Voraussetzungen, die uns jetzt als Selbstverständlichkeiten erscheinen. Sie sind es aber nicht immer gewesen. Noch vor 150 Jahren war das Bauhandwerk fast ausschließlich auf die Verwendung von Rohstoffen aus der näheren Umgebung angewiesen. Ein Transport schweren Materials über weite Strecken war nicht rentabel, denn es gab keine dafür geeigneten Beförderungsmittel.

 

Nur Burgen, Schlösser und bedeutende Kirchenbauten bildeten hier die Ausnahmen, für die im Auftrage der Herrscher ein überdurchschnittlicher Bauaufwand betrieben wurde, der über einen längeren Zeitraum den Einsatz von hochqualifizierten Fachkräften rechtfertigte. An solchen Bauzentren waren die Steinmetzen tätig, die sich im Mittelalter zu „Bauhütten" zusammenschlossen.

 

Nicht so im Raum von Chemnitz. Bauerndörfer umgaben die kleine Stadt im erzgebirgischen Becken zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Sie selbst war noch zu unbedeutend, um sich ein solches Bauzentrum leisten zu können. In der Stadt arbeiteten die Tuchmacher und Leineweber. Sie legten den Grundstein für die maschinelle Erzeugung ihrer Waren, die mit beginnendem 19. Jahrhundert einsetzte. Der diesen Prozeß begleitende Maschinenbau brachte der Stadt einen kräftigen Aufschwung zu einem industriellen Zentrum im sächsischen Raum.

 

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts nannte man sie schon das „sächsische Manchester". Sie hatte als Industriezentrum und Großstadt internationale Bedeutung erlangt. Ihre Entwicklung begleitete ein Handwerk, das die Voraussetzung für diesen beispielhaften Aufschwung schuf: Es war das Steinmetzhandwerk, das Fabrikbauten für die Industrie und Wohnbauten für die sprunghaft anwachsende Einwohnerzahl schuf.

 

Der Chemnitzer Steinmetzinnung gebürt dieser Verdienst, daß man sie heute, im Jahre 1997, zu ihren 200jährigen Jubiläum ehrt. Wie entstand diese Innung und welchen Weg hat sie in ihrer 200jährigen Geschichte genommen? Wo nahmen die Steinmetze die Werksteine her, die sie für ihre Bautätigkeit brauchten? Es war dies der Porphyrtuff, der in unmittelbarer Nähe der Stadt gewonnen werden konnte und der für die Baugeschichte der Stadt im 19. Jahrhundert eine besondere Bedeutung besessen hat.

 

Seine Entstehung verdankte dieser Baustein gewaltigen vulkanischen Ausbrüchen, die etwa vor reichlich 200 Millionen Jahren stattfanden. Das Zentrum dieser Ausbrüche im Chemnitzer Raum lag im Gebiet des jetzigen Zeisigwaldes und auf den Fluren des kleinen Bauerndorfes Hilbersdorf.

PDF-Datei mit Festschrift

Innung1797-34.pdf

© Chemnitz 2006